UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer

Die Faszination von Ebbe und Flut beschäftigt seit Jahrtausenden die Menschheit. Der Mond macht den Rhythmus. Das Wasser ist zwar weg und dennoch ist da so viel Leben. Millionen von Kleinstlebewesen, Organismen, Muscheln, Wattwürmer, Krebse und vieles mehr tummeln sich in dieser lebendigen Erde. Das Wasser spült genauso viele Schätze an: Fische, Quallen, Seesterne und Muscheln, Seehunde und weitere haben hier ihren Lebensraum. Wissen wird zum Abenteuer. Die Kinder lieben das. Erwachsenen lassen sich anstecken. Eimer, Kescher, Schaufel und schon kann es losgehen mit der abenteuerlichen Suche. Geschulte Wattführer oder Nationalpark-Ranger sorgen mit ihrem geballten Wissen für spannende Exkursionen und für die Sicherheit. Denn das Watt kann weit draußen auch gefährlich sein.

Von der Elbmündung bis zur dänischen Grenzen erstreckt sich auf 4.430 Quadratkilometern das UNESCO-Weltnaturerbe und Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer.

Große Bereiche dieses einzigartigen Naturraums, der als Nationalpark ausgewiesen ist, sind bis heute in ihrem ursprünglichen Zustand. Es handelt sich um eine äußerst sensible Landschaft, die auf die kleinsten Einflüsse und Veränderungen reagiert. Hierin liegt der Grund der kürzlichen Erhebung in den Rang eines besonders schützenswerten, weltweit bedeutenden Naturerbes.

 

Paradies für Tiere, Extremlandschaft für Pflanzen

Der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer ist der größte Nationalpark zwischen Sizilien und dem Nordkap. Nirgends sonst in Europa leben z.B. so viele verschiedene Vögel wie im Wattenmeer – allein im Frühjahr und Sommer rasten hier mehr als zwei Millionen Watt- und Wasservögel.

Im Wattenmeer finden sie einen reich gedeckten Tisch mit maritimen Klein- und Kleinstieren wie Krabben und Muscheln. Schwerer hingegen haben es die Pflanzen im Watt. Die periodische Überflutung mit Meerwasser sorgt für sehr salzhaltige Böden. Eine der bekanntesten Pflanzen der Überschwemmungszone im Wattenmeer ist der Queller. Diese sogenannte "Pionierpflanze" benötigt Salz für ihr Überleben.

 

Im Rhythmus der Gezeiten

Die Gezeiten oder Tiden bestimmen den Lebensrhythmus an der Nordseeküste. Alle 6 Stunden läuft das Wasser zur Ebbe ab und zur Flut wieder auf. Wenn der Meeresgrund zur Ebbe frei liegt, können Urlauber zusammen mit erfahrenen Führern die geheimnisvolle Welt des Watts und seiner Bewohner erkunden

Ursache der Gezeiten sind die Fliehkraft der Erde und die Anziehungskraft von Mond und Sonne: Je nach Stellung der Gestirne zueinander verstärken oder verringern sich die Gezeiten. In den Tourist-Informationen sind Gezeitenkalender erhältlich, die eine genaue Übersicht über die Tiden geben.

 

weitere Informationen

Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN)
Schloßgarten 1
25832 Tönning

Tel.: +49 (0) 48 61 - 61 60
Fax: +49 (0) 48 61 - 61 69
eMail: nationalpark@lkn.landsh.de
Internet: www.wattenmeer-nationalpark.de